Hopfenherstellung

Geschichte des Hopfens
Bei Hopfen denkt man unweigerlich an Bier .Er gibt dem Bier den charakteristischen Geschmack. Bereits bei den alten Kulturvölkern der Babylonier und Ägypter fand der Hopfen als aromatische Pflanze bei der Bier-Herstellung Verwendung.
Hopfen wird aber auch schon lange in der Heilkunde verwendet. Im Mittelalter rühmte Paracelsus die schlaffördernde Eigenschaft. Das bewirken Wirkstoffe wie Lupulon, Humulon, Linalool, äth.Oele, Labolit, Harze, Gerbstoffe, Hopfenbittersäure sowie östrogenartige Pflanzenhormone.

Die Urheimat des Wildhopfens dürften feuchte Bergtäler im vorderen Asien sein. Inzwischen wird der Hopfen in mehr als 50 Ländern kultiviert. Hopfen gedeiht allerdings nur zwischen dem 35.und 55. Breitengrad, weil hier die langen Tage im Sommer die Vorraussetzungen für die Blüte erfüllen. Näher zum Äquator, also unter dem 35. Breitengrad, kann der Hopfen nicht ausreifen.
Die Wildformen bleiben mit drei bis fünf Metern Wuchshöhe deutlich kleiner als Zuchtformen. Auch die Blüten und Früchte sind kleiner und unscheinbarer. In Mitteleuropa ist der Wilde Hopfen nahezu überall anzutreffen.
Kultiviert wächst der Hopfen bis zu 30 cm pro Tag bis zu einer Höhe von sieben oder auch über zehn Metern. Hopfen ist eine mehrjährige Pflanze ( sie wird 15-20 Jahre genutzt ), doch das Blattwerk und die Stengel wachsen jedes Jahr neu, nur die Wurzeln überwintern.
Hopfenpflanzen sind zweihäusig, das heißt: Es gibt weibliche und männliche Pflanzen. Die männlichen Blüten sind kleiner und weniger zierlich als weibliche Blütenstände. Und nur die weiblichen Pflanzen bilden aus den Blüten Dolden.
Sie haben erst dann einen hohen Brauwert, wenn sie befruchtet wurden.
Die Hopfendolde besteht aus Stil, Spindel, Blüten, Vor- und Deckblätter und Lupulin
und enthalten die o.g. Inhaltsstoffe, die dem Bier Aroma und Bittere verleihen und
wirken konservierend und schaumstabilisierend.

 

Herstellung und Verarbeitung
Hopfen wird hauptsächlich beim Bierbrauen, ein geringer Teil zu medizinischen Zwecken, meist als Beruhigungs- oder Schlafmittel verwendet.
Sind die Ähren der weiblichen Pflanze reif, werden die Hopfenreben während der dreiwöchigen Erntezeit (letzte August- und erste September-Dekade) knapp über dem Boden abgeschnitten, von der Gerüstanlage, an dem er hochgerankt ist, gerissen und zum Hof gefahren. Dort werden sie in Pflückmaschinen von den Dolden befreit.
Die Erntemenge einer durchschnittlichen Hopfenpflanze ( 450gr. Trockenhopfen ) reicht für 650 Liter Bier.
Der gepflückte Hopfen (Dolden)hat ca.80% Wassergehalt und muss nach der Ernte auf ca. 12% getrocknet werden, wird dann gepresst und gekühlt .
Da Doldenhopfen sehr viel Lagerraum braucht, schlecht zu dosieren bzw. auszulaugen ist, zudem Siebeinrichtungen braucht, um die Feststoffe wieder aus der Würze zu bekommen, verwendet man heutzutage Hopfenprodukte in Form von Pellets und Extrakten. Bei den Hopfenpellets werden die Hopfendolden zu Pulver vermahlen, um die Nichtbrauwertbestandteile reduziert und zu Pellets gepresst.
Vorteile der Pellets sind die um 10% höhere Bitterstoffausbeute gegenüber dem Doldenhopfen, ihre leichte Dosierbarkeit, luftdicht mit Inertgas verpackte Beutel und bei kalter Lagerung lange haltbar. Hopfenextrakte finden fast ausschließlich Verwendung in großen Brauereien.
Da wir für unsere WALDHAUS-Biere kurze Vertriebswege haben, werden nur Aromasorten verwendet; diese stammen aus der Hallertau und der Spalter Gegend.

 
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